5 Tage Martin Becker in der Lette Akademie…

 

Buona giornata,

Workshops zu besuchen ist wie Lotto spielen, man kann nie sagen, wie es ausgeht. Der Dozent kann doof sein, die Menschen im Kurs können nerven, das Thema des Workshops kann zu schwer, langweilig oder schlecht umgesetzt sein. Die Gruppe kann zu groß, das Tempo zu schnell oder langsam sein und / oder der Kursleiter ist mit seiner selbst gestellten Aufgabe hoffnungslos überfordert. Wie aber soll ich von dieser Woche an der Lette Akademie erzählen ohne übertreibend zu wirken und vor allem wo fange ich an…?

Was für eine affengeile Woche, eine Woche mit tollen Menschen, netten Taxifahrten, köstlichem Italienischem Essen, 1001 Foto von wunderbaren Motiven und eine Woche mit Martin Becker als Dozent für Portrait-Fotografie an der Lette Akademie. Verdammte Scheisse war das klasse!

Das Fotografieren eines Menschen, also das Portraitieren, soll im besten Fall neben dem einfachen Abbilden der Person möglichst auch das Wesen bzw. die Persönlichkeit des Abgebildeten erfassen. Hierfür ist eine gute Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen des Portrait-Schaffenden von unschätzbarem Wert. Martin Becker ist in diesem Bereich ein Meister seines Faches und das nicht nur als Fotograf sondern auch als Lehrmeister. Er versteht es, den Kursteilnehmern nicht nur die Technik des Fotografierens selbst zu vermitteln, sondern vor allem auch dass Verständnis für die Bedürfnisse, Ängste und den Respekt des Menschen vor der Kamera zu wecken. Martin Becker lehrt nicht nur Fotografie, er lehrt vor allem Sozialkompetenz und das auf eine so wundervolle Art, die ich zuvor noch nie so erleben durfte. Nochmals danke Martin für diese tolle Erfahrung.

Für mich war dieser Kurs neben einer Wissensvertiefung vor allem auch ein Experiment darin, ob das Fotografieren von Menschen ein Bereich ist, mit dem mich identifizieren und den ich ausbauen kann. Beides hat sich für mich nicht nur bestätigt, sondern auch in vollem Umfang gelohnt. Trotz meines immer noch nicht voll einsatzfähigen Knies konnte ich tolle Bilder machen, tolle Bilder von schönen, interessanten, begabten und intelligenten Personen, eben Bilder von den Menschen aus meinem Kurs. Es war wirklich schön, mit solch einer Bande kreativer und fotografie-wütiger Menschen Zeit zu verbringen zu dürfen. Die Hilfsbereitschaft untereinander war wirklich aussergewöhnlich. Die fünf Tage in diesem Kurs waren einfach klasse und ich hoffe, dass wir in Kontakt bleiben oder ich den ein oder anderen in einem eventuellen Aufbaukurs von Martin wiedersehen kann.

Zwei Dinge in dieser Woche, ohne direkten Zusammenhang mit dem Workshop, will ich aber nicht unerwähnt lassen. Das eine ist die Taxi App ( MyTAXI) wirklich schön, sich auf diese Art ein Taxi zu bestellen. Einfach Knopf drücken und das Taxi kommt und dass ohne dabei wissen zu müssen, in welcher Strasse und vor welchem Haus man gerade steht.

Das zweite Ding und durchaus dass wichtigere ist der kleine Italiener hinter der Lette Akademie in der Geisbergstraße 13. Leider habe ich mir den Namen des Lokals nicht gemerkt, aber ich werde ihn nachreichen wenn ich es schaffe. In diesem kleinem Lokal jedenfalls reichen herzliche Menschen köstlichste Speisen und Getränke zu fairen Preisen. Das Personal ist dabei so angenehm freundlich, dass man sich dort einfach wohl fühlen muss. Neben dem Mittagessen in den fünf Tagen des Kurses, haben wir dort jeden Abend noch eine Weile in lockerer Runde zusammen gesessen und geschnackt.

Ein paar der Bilder, die in dieser Woche entstanden sind, habe ich ins Album auf Planexi.de geklebt. Die meisten der Bilder sind mit meinem neuen 50mm Objektiv entstanden. Ich hatte ja letzte Woche davon berichtet und auch dass ich darüber noch genauer schreiben werde. Die Anschaffung dieser kleinen Scherbe war ein Griff in einen diamant-besetzten Eimer voller goldenem Licht. Das Objektiv ist absolut jeden Cent wert. Die Abbildungsleistung ist klasse, die Lichtstärke hält was sie verspricht und der Autofokus ist blitzschnell und sehr präzise. Ich bin wirklich sehr zufrieden mit diesem Kauf. Das Objektiv selbst ist hochwertig verarbeitet und fasst sich gut an. Von mir eine absolute Kaufempfehlung für dieses kleine Nikon Objektiv.

Jetzt noch zu einem anderem Thema, dass ich bisher meistens vermieden hatte, blitzen beim Fotografieren. Blitzen war für mich immer nur eine Krücke. Ich mag es nicht, Stimmungen durch Blitzen zu zerstören. Ich hasse es, irgendwo zu sein und vor lauter Blitzlicht Gewitter anderer Fotografen fast blind zu werden. Ich mag es nicht, einen mit Kerzen, warm beleuchteten Raum durch kaltes Blitzlicht einzufrieren. Oder, und auch das habe ich schon gesehen, dass Menschen ein Bild von der Projektion eines Films auf einer weissen Leinwand mit Blitz abfotografieren. Blitz ist böse, so war immer meine Meinung.

Ein Blitz kam für mich nur in Frage, wenn nichts mehr geht und es zwingend notwendig ist, eben genau in dieser Situation jetzt ein Foto machen zu müssen. Letzte Woche habe ich den Blitz von einer anderen Seite kennen gelernt. Diese Art des Blitzens ist eine mit der ich mich nicht nur sehr anfreunden kann, sondern die mir auch wirklich sehr viel Spass macht. Bericht folgt später einmal.

Das Fazit dieser Woche für mich: Mehr Portraits machen, Blitz ist zwar nicht notwendig aber auch nicht böse, ich habe einen neuen Helden und ich brauche endlich gescheite Visitenkarten.

Visueller Gruß

Michi

2 Antworten auf Lette, PASTA, Taxi-App und tolle Menschen!!!

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