Hallo ihr Lieben,

nun bin ich fast eine Woche wieder zurück aus dem Wilden Westen im herbstlich kalten Deutschland. Mein Jetlag ist fast überstanden und es wird Zeit, meinem vernachlässigten Blog wieder etwas mehr Pflege zukommen zu lassen. Leider erwartete mich in Deutschland nicht nur kaltes Herbstwetter, sondern auch noch eine aufgebrochene Wohnung mit allem was man sich bei so einem Verbrechen vorstellt. Durchwühlte Schränke, Verlust von Wertgegenständen, verletzte Privatsphäre, Dreck von der Spurensuche der Kriminalpolizei und ein wirklich fades Gefühl im Bauch.

Ob ich jemals erfahre, welches Arschloch hier in die Wohnung eingebrochen ist und ob ich den Schaden von der Versicherung vollständig ersetzt bekomme, steht in den Sternen. Um eine Wiederholung des Einbruchs beim nächsten Mal zu erschweren, habe ich jetzt zumindest eine Alarmanlage installieren lassen, die einen Einbruch in die Wohnung direkt an die Polizei meldet. Minuten später sollten dann die Handschellen klicken.

Mit meinem Versuch auf der Tour regelmäßig zu bloggen, bin ich, wie ihr ja wisst, leider gnadenlos gescheitert. Bei allen die sich auf mehr gefreut hatten und die ich enttäuscht habe, möchte ich mich hiermit nochmals entschuldigen. Ich hatte die Strapazen dieser Reise einfach unterschätzt und es nicht geschafft, regelmäßig zu schreiben.

Das soll jetzt aber nicht heißen, dass ich die Reise nicht genossen hätte und für mich alles nur Stress und Anstrengung war. Nein, eher das Gegenteil ist der Fall. Die Reise war eine der besten meines bisherigen Lebens. Trotzdem, morgens um 6.00 Uhr, manchmal auch früher, ging der Wecker und 30 Minuten später saß ich mit meinem Huhn im Auto. Abends, im Schnitt zwischen 20.00 und 22.00 Uhr war der Tag dann im nächsten Hotelzimmer wieder zu Ende. Bei dem Pensum an Aktivität war ich am Ende des Tages oft so müde, dass ich aufpassen musste, nicht mit der Zahnbürste im Mund zufrieden einzuschlafen.

Der Tacho des Mietwagens zeigte am Tag der Rückgabe des Wagens eine von uns gefahrenen Strecke von 4700 Meilen an, was umgerechnet rund 7564 km sind. Diese Strecke habe ich mit meinem Huhn in den 27 Tagen Wilder Westen zurückgelegt. Zusätzlich kommen sicher noch einmal 170 km dazu, die wir zu Fuß bewältigten. Wir haben uns durch Canyons gequetscht, sind durch Wüsten gewandert, haben an Felswänden geklettert und sind durch das seichte Wasser von Bachläufen gewatet.

Bis auf spärliche drei einzelne Tage war nicht eine Wolke am Himmel. Nur einmal konnte ich leichten Nieselregen im Gesicht spüren; aber bei den Temperaturen erlebte ich alles von bitterkalt bis glühend heiß. Auf manchen Strecken fegte mir Morgens noch eisiger Wind um die Nase und Abends tropfte mir in der Gluthitze des Wüstenstaubs der Schweiß von der Stirn. Die Gegensätze auf dieser Reise hätten größer nicht sein können und das beziehe ich absolut auf die Gesamtheit der Eindrücke, die ich unterwegs sammeln konnte.

Insgesamt habe ich von der Reise einen Berg von 170 GB an Bilddaten im Gepäck, die ich in den nächsten Tagen und Wochen begutachten, sortieren und bearbeiten muss. Die Bilder werde ich dann nach und nach, neben meinem eigentlichem Blog, hier auf Planexi veröffentlichen und mit dem ein oder anderen Gedanken dazu versehen. Ich werde also das nachliefern was ich auf der Reise nicht geschafft, aber vor der Reise versprochen hatte.

Am letzten Abend vor dem Rückflug aus San Francisco nach Berlin wurden die Strassen der Stadt gerade frisch in vorweihnachtlichen Lichterglanz gehüllt. Das Leuchten der LED-Sterne auf der Market-Street erinnerte mich unweigerlich an das nahende Ende des Jahres 2011und auch daran, dass ich noch das ein oder andere Päckchen besorgen und packen muss. Wirklich krass wie schnell die Zeit vergeht und was ich in diesem Jahr alles erlebt habe.

Visueller Gruß

Michi

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