Schönen Sonntag, gute Nacht Deutschland!

Fotoblog hin, Fotoblog her, tut mir leid, ich kann nicht über Fotografieren quatschen und Bilder aus dem Wilden Westen online stellen, wenn mir die Kotze schon so hoch im Hals steht, dass ich aufpassen muss, beim Schreiben nicht auf die Tastatur zu spucken. Würde ich das, was seit ein paar Tagen durch die Nachrichten rattert, in einer Satire-Sendung sehen, ich könnte nur schwer darüber lachen.

Was sich der ein oder andere Volksvertreter unserer politischen Klasse erlaubt, grenzt an ausgeprägte Idiotie und irrsinnigen Klamauk, der aber leider absolut nicht witzig ist. Da wird seit geraumer Zeit vor der Gefahr aus der linksradikalen Ecke gewarnt, es wird von Deutsch-Feindlichkeit geschwafelt, die Überfremdung der Gesellschaft herbeigeredet und es werden Anschläge mit islamistischem Hintergrund angekündigt, die seit Ende 2010 kurz bevor stehen.

Hierfür oder dagegen sollen Telefondaten aufgezeichnet, Internet Kommunikation auf Vorrat gespeichert und überhaupt alles überwacht werden, was zu überwachen ist. Nebenbei wird die kack-braune Suppe, die überall im Land jahrelang am Köcheln ist, kleingeredet, verharmlost oder bewusst nicht ernsthaft wahrgenommen. Medienberichte über den Nazidreck werden, wenn es sie denn überhaupt gibt, ignoriert. Auf Demonstrationen darf die braune Brut unter Polizeischutz durch die Städte ziehen. Stellt oder setzt man sich Ihnen in den Weg, findet man sich, wenn man Pech hat, danach vor Gericht wieder.

Jetzt, wo die stinkende Brühe übergekocht und sich spritzend auf ganze Landesbehörden verteilt hat, wo bekannt wird, dass der Verfassungsschutz selbst Teile der Nazipropaganda durch V-Mann Gehälter indirekt mitfinanziert hat, wo ganze Mordserien unentdeckt bleiben konnten, weil Behörden anscheinend gepennt haben, wo mafiöse Strukturen bei den sogenannten „Döner-Morden“ näher lagen als rechtspolitisch motivierte Verbrechen, jetzt kommen sie aus ihren Löchern und bekunden Beileid, gründen Sonder-Kommissionen, legen Zentralregister an und weisen, wie zum Beispiel das BKA, jedwede Kritik von sich.

Die Vorratsdatenspeicherung wird wieder aus der Schublade gezogen und der ein oder andere versucht alles, um bei diesem schäbigen Spiel noch möglichst viel positive Publicity für sich selbst herauszuschlagen. Natürlich möglichst ohne sich selbst mit Dreck zu bekleckern, weil die reine Weste ja ach so rein ist.

Die Lachnummer des ersten eN Pe De Verbotsversuchs, der am Verfassungsschutz bedingtem V-Mann Überschuss innerhalb der Führungsebene dieser Partei 2003 scheiterte, war ja schon schlimm genug. Aber dass man nun mit annähernd 100 V-Mannis, von ehemals 30 im Jahr 2003, an gleicher Stelle erneut  auch nur einen Gedanken daran verschwendet, man könnte es ja noch mal versuchen mit dem Verbotsverfahren, ist schon grotesk.

Was will man mit einem Verbot auch erreichen? Das selbe wie mit einem Stoppschild im Internet? Auch der Versuch einen Protest zu unterdrücken wie zur Zeit die Camps der Occupy-Bewegung, ändert nichts an der Ursache. Das verdecken eines Problems beseitigt es nicht. Weder bei Kinderpornografie, noch bei geschönten Arbeitslosenzahlen oder der allgemeinen Verarmung der Gesellschaft. Wie soll dann das Verbot einer demokratiefeindlichen Partei die Verblendung ihrer Anhänger verhindern oder das verschobene Weltbild der Neonazis gerade rücken?

Investitionen in Bildung, Freizeitangebote für Jugendliche, junge Erwachsene oder Familien, Streetworker auch in kleineren Gemeinden, Sportangebote oder Räume zur kreativen Verwirklichung könnten hier eindeutig mehr bewirken. Aber wie überall wird genau hier gekürzt, gestrichen und wertvolle Arbeit nicht nur vernichtet, sondern und dass ist noch verwerflicher, den Parteien am rechten Rand überlassen. Banken und Konzernen wird das Geld in alle Löcher gestopft, die man sich nur vorstellen kann, während die Gesellschaft nicht nur materiell verarmt.

Auch die Vermittlung von Werten in die Gesellschaft wie zum Beispiel Ehrlichkeit, Anstand, Respekt und Toleranz könnten helfen den Nährboden für diesen Sumpf auszutrocknen. Dazu gehört aber auch das Bewusstsein für Verantwortung bei eben denjenigen Menschen die eigentlich als Vorbild fungieren sollten. Leider zählt diese Vorbildfunktion oft weniger als der eigene Machterhalt. Niemand stellt sich hin und sagt deutlich „Entschuldigung, da haben wir, da habe ich einen Fehler gemacht“, immer waren es die anderen und Beispiele hierfür gibt es nicht nur zum Nazi-Thema zu genüge.

Ich kann mit diesem Artikel auf Planexi nicht viel ausrichten, dass ist mir durchaus bewusst. Jeder Mensch hat hat aber die Möglichkeit andere zum Nachdenken anzuregen, ob in der Familie, bei Freunden oder wo auch immer. Für mich ist es dieser Artikel in diesem Blog. Nicht weil ich denke, dass er direkt etwas ändert aber weil ich hoffe, dass er andere zum Nachdenken und Hinterfragen anregt. Die Hoffnung, dass sich irgendwann etwas grundlegendes am Umgang miteinander ändert, werde ich nicht aufgeben.

Visueller Gruß

Michi

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