„Strike a pose – VOGUEvogue…vogue…“

Huhu Ihrs,

Berlin ist mitnichten die Welthauptstadt in Sachen Mode. Berlin ist nicht Mailand, Madrid oder Paris, aber Berlin hat genug gesundes Selbstbewusstsein, sich hinter diesen nicht verstecken zu müssen. Berlin ist cool, lässig, chic und in vielen Fällen auch einfach mal verrückt. Es ist die Mischung, die Berlin zu dem macht, was es ist und ich kann es nicht anders sagen, dafür liebe ich diese Stadt.

Letzte Woche war ich mit meiner Kamera auf der Berlin Fashion Week unterwegs. Neben den Kollektionen für den Frühjahr/Sommer 2013, zeigte sich natürlich auch allerhand Prominenz an den Rändern der Catwalks und auf dem roten Teppich. Letztere interessierten mich diesmal aber nicht die Bohne. Den roten Bodenbelag und die darauf wandelnde Masse habe ich gnadenlos ignoriert.

Ich wollte Mode fotografieren. Und so verfolgte ich die Shows von ein paar namhaften Modeschöpfern auf dem Catwalk unter der Siegessäule. Verdammt, Katzen laufen doch nur auf zwei Beinen. Kannte ich die Laufstegschlachten zuvor nur aus der „monumentalen“  H.Klum-Show im deutschen Fernsehen, die ich im übrigen nie wirklich unterhaltsam fand, stockte mir am Rand des Laufstegs dann doch so manches Mal der Atem.

Wie imposant, ausdrucksstark und mit welcher, niemals überheblich wirkenden Arroganz  die Models über den Laufsteg schwebten, ist echt „WOW“, einfach nur atemberaubend. Nach der Dritten Show verspürte ich in mir das komische Bedürfnis, auf High-Heels durch die Stadt laufen zu müssen. Da ich mir dieses Jahr aber nicht schon wieder die Haxsn brechen wollte, ersparte ich mir diese Erfahrung lieber.

Parallel zur Fashion Week fand auch die Bread & Butter im Flughafen Tempelhof statt. Diese Fachmesse für Mode besuchte ich am Freitag, leider unter Zeitdruck. Neben den üblichen verdächtigen und angesagten Marken, waren auch viele kleinere Labels vertreten, die ihre neuen Kollektionen präsentierten. Müsste ich jetzt hier alle Aussteller im Blog aufzählen und beschreiben, so würde dieser Artikel ins unendliche ausufern.

Bevor ich das Gelände des ehemaligen Flughafens wegen anderweitigen Verpflichtungen leider wieder verlassen musste, hatte ich noch ein ungewöhnlich angenehmes Gespräch. Mein Huhn begleitete mich an diesem Tag auf der Messe und entdeckte dort die Ausstellungsfläche von „Herrlicher“, der Jeans Marke ihres geringsten Misstrauens.

Während sich mein Huhn die neuen Kollektion anschaute, unterhielt ich mich mit Herrn Herrlicher über Fotografie, Produktpiraterie und den langen Weg nach „oben“. Herr Herrlicher, der in Wirklichkeit eigentlich überhaupt nicht Herrlicher heißt aber laut meines Huhns „herrliche“ Jeans produziert, ist ein echt sympathischer Zeitgenosse.

Die Herrlicher Manufaktur besteht seit 2004 und als mein Huhn von ihrem Rundgang über die Ausstellungsfläche zurückkam, konnte ich in ihren Augen lesen, dass Hühner es voll doof finden, die schicke Mode nicht direkt am Stand einkaufen zu dürfen. Das Gespräch mit Herrlicher wird mir sicher noch eine Zeit lang angenehm in Erinnerung bleiben.

Neben den ganzen Shows am Großem Stern und der Bread & Butter, gab es in Berlin aber noch dutzend andere Veranstaltungen in Sachen Mode. Eine davon war der Chevrolet Underground Catwalk, in der die „Rockstar Models“ im fahrenden Sonderzug auf der U-Bahn-Linie U5 eine vollkommend irrsinnige Show ablieferten, die nicht nur extrem spektakulär, sondern vor allem absolut unterhaltsam war.

Meine Fresse war das klasse, es war die abgeFAHRENste Modenschau die ich mir überhaupt hätte vorstellen können. Präsentiert wurde Bekleidung der eher aussergewöhnlichen und unkonventionellen Art. Zum Beschreiben, was in diesem „IRREN FAHRGESCHÄFT“ auf dem Rummelplatz der Eitelkeiten in Berlin abging, fehlen mir die fast die Worte.

Bei kreischend lauter Musik und mit 400 streng ausgesuchten Gästen in einer fahrenden U-Bahn zu stehen, immer wieder durch das Abbremsen und Anfahren aus dem Gleichgewicht gerissen zu werden und dabei auf engstem Raum eine Modenschau zu fotografieren ist Wahnsinn in Perfektion! Das war für mich eindeutig das glänzende Highlight dieser Woche auf der Fashion Week Berlin 2012.

Wenn mich heute jemand fragen würde was ich mir für das nächste Jahr wünsche, lautet meine Antwort sicher „ICH WILL WIEDER MIT“ im „ Chevrolet Underground Catwalk“, der geilsten Party-Mode-Gäste-U-Bahnfahrt meines Lebens. danke Jana fürs Akkreditieren und danke Alexander van Hessen, dass ich dabei sein durfte und danke an die Gäste für die euphorische Stimmung.

Und da Bilder mehr sagen als 1000 Worte hier meine Highlights dieser wahnsinnigen U-Bahnfahrt. Einige Bilder der großen Shows packe ich die Tage in ein neues Album im Bilderbuch.

Visueller Gruß

Michi

 

Eine Antwort auf Fashion, Fashion, Fashion und die U-Bahn

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