Tagchen,

die letzte Woche erkläre ich für mich zur Woche der Schauspielkunst, denn gleich an drei Terminen durfte ich Portraitaufnahmen von Menschen dieser Berufsgruppe machen. Die Termine waren allesamt sehr spannend und für mich eine wirklich interessante Erfahrung. Schauspieler zu fotografieren fühlt sich für mich irgendwie anders an, als Bilder von Menschen zu machen, die ihren Broterwerb durch eine andere Arbeit erzielen; und dass meine ich absolut nicht wertend, weder in die eine noch in die andere Richtung.

Die Shootings liefen im Grunde genauso ab wie jedes meiner mittlerweile unzähligen Fototermine, aber trotzdem ist es irgendwie etwas anderes. Das ist natürlich eine sehr subjektive und persönliche Wahrnehmung, aber jemanden so zu fotografieren, dass er als „er Selbst“ auf der Fotografie erscheint, der beruflich immer andere Persönlichkeiten darstellt, ist für mich eine spannende Herausforderung.

Mir gelingt es nur sehr schwer, nach dem Fotografieren und beim Entwickeln der Bilder abschließend sagen zu können, ob mir dieses Kunststück wirklich gelungen ist und ob ich dem Menschen, den ich da vor der Kamera hatte, auch wirklich persönlich begegnet bin.

Letztlich spielt das für meine Arbeit und das fertige Bild zwar keine große Rolle, aber während ich bei anderen Menschen immer genau wusste, wer mir da begegnet, so ist das bei Schauspielern gefühlt irgendwie anders und genau dass macht ein Shooting mit Schauspielern verdammt spannend.

Der Beruf des Schauspielers ist sicher mit einer Menge Klischees behaftet. Armin Rohde schreibt in seinem Buch „Größenwahn und Lampenfieber“ über dieses Thema. Die Gespräche, die ich während der Shootings in der letzten Woche geführt habe, haben zumindest mich mal wieder darin bestätigt, wir sind alle einfach nur Menschen! Selbst wenn ich bei einem Schauspieler nicht sicher bin, welcher Mensch mein gegenüber gerade ist.

Nachher, also in genau zwei Stunden fotografiere ich auf dem Finale des New Music Award 2012 im Admiralspalast in Berlin. Ein Nachmittag voller guter Musik, verrückten Menschen, Künstlern und einer Menge spannender Begegnungen warten auf mich und deshalb komme ich an dieser Stelle ungewohnt schnell zum Ende meines heutigen Artikels.

Visueller Gruß

Michi

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