Tagchen Ihr lieben,

der Herbst ist in vollem Gange, Nebelschwaden kriechen über Müll und Hundescheisse auf den Straßen von Berlin und die gelben Blätter fallen fast so schnell von den Bäumen, wie die Prozentpunkte der gleichfarbigen Klientel-Partei in den Umfragewerten zur Bundestagswahl im nächsten Jahr.

Dass einigen Mitgliedern dieser Randgruppenvereinigung der Arsch auf Grundeis geht  kann ich mir gut vorstellen. Bei leider für mein Empfinden immer noch zu hohen 3% in den Umfragen, sehen sich die Anhänger dieser Partei langsam in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Bedauerlicherweise fehlt mir aber die Phantasie, mir die Schlaumeier dieser Bande bei der ARGE vorzustellen. Bei der Vorstellung, wie sich beispielsweise ein Herr Rösler um HARTZ4 bemüht, müsste ich zwangsläufig vor Lachen einnässen.

Dass allerdings ein gewisser Herr Lindner jetzt schon öffentlich zum Joint greift, um sein kärgliches Schicksal durch Kiffen zu vernebeln, halte ich dann doch für gewaltig überzogen. Denn zu meinem Bedauern wird wohl kaum einer aus dieser Partei, deren Mitglieder den Vorstellungen einer aus dem 17 Jahrhundert hervorgegangenen Ideologie hinterherrennen, jemals in den Genuss einer solchen Behörde kommen. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Und dass Hoffnung lohnt, wird in Berlin schon wieder einmal durch einen Richter und seine Rechtsauffassung ganz dick und fett in rot unterstrichen. Mir ist absolut schleierhaft was diesen Robenträger dazu veranlasst hat, ein solches Signal zu setzen. Wer in Berlin auf offener Straße einen anderen Menschen zu Tode prügelt, darf jetzt zu recht hoffen, nach abgelegtem Geständnis, ungestraft wieder auf freien Fuß zu kommen.

Mich persönlich macht beides fassungslos. Da stirbt zum einen ein Mensch durch den Gewaltexzess irgendwelcher dahergelaufener Vollpfosten und zum anderen fällt dazu einem Richter nichts besseres ein, als diese gewissenlosen Brutalos wieder zu Mama ins gemachte Nest zu schicken. Ich bin sicher nicht für Rachejustiz, aber Totschläger gehören für mich einfach nicht auf die Straße. Selbst dann nicht, wenn diese geständig sind. Ein schlechteres Signal kann man anderen potentiellen Gewalttätern sicher nicht senden.

Selbst wenn sich später herausstellen sollte, dass die jetzt Freigelassenen nicht aktiv am Totschlag beteiligt waren, sie haben sich in meinen Augen allein durch die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe und durch das billige in Kauf nehmen der Tat im selben Maße schuldig gemacht. Wenn man bedenkt, dass Mitglieder dieser Schlägertruppe in aller Öffentlichkeit mit ihrer verabscheuungswürdigen Tat prahlen und damit den Stolz auf ihr Handeln nach aussen tragen, wird mir unweigerlich übel.

Ich werde wohl nie verstehen, wie eine Gesellschaft wie die unsere immer wieder solche Individuen hervorbringen kann. Typen, die so wenig Respekt vor dem Leben und der Gesundheit anderer haben, dass sie aus unkontrolliertem Hass und Gewalt blind vor irrationaler Wut auf andere eindreschen.

Der jetzt durch diesen Gewaltexzess gestorbene Mensch wird sicher nicht das letzte Oper sein, das auf den Strassen von Berlin durch eine solche Tat zu schaden kommt. Sollte sich diese Geschichte allerdings in den nächsten Wochen, angespornt durch das Handeln dieses Richters und den Stolz der Schläger auf ihr Handeln wiederholen, hoffe ich, dass es diesmal genau diesen Richter, trifft auch wenn ich grundsätzlich niemandem wünsche Opfer eines solchen Verbrechens zu werden.

Visueller Gruß

Michi

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