Pentax MEMoin moin,

die erste Woche des neuen Jahres ist für mich sehr unaufgeregt verlaufen. Ein Termin in der Redaktion von Klatsch-Tratsch.de, die Buchführung gemacht, Archiv aufgeräumt und die Datensicherung meiner Bilder aus 2012 angelegt. Ausserdem musste ich auch mal wieder meine Ausrüstung vom Staub befreien und anschließend wieder alles griffbereit im Rucksack verstauen, denn in der nächsten Woche stehen schon wieder die ersten Termine in meinem Kalender.

Beim Aufräumen fiel mir dann allerdings ein Karton in die Hände. Meine Mutter drückte mir diesen Karton zu Weihnachten in die Hand und meinte, dass Hugo sicherlich gewollt hätte, dass ich diese Dinge bekommen soll.

 

 

 

Pentax ME-2

Beim Öffnen des Kartons blinzelte mich ein 50mm Objektiv der Marke Pentax an, welches auf eine kleinen Kamera des selben Herstellers geschraubt war. Die Kamera, eine Pentax ME in schwarz mit verchromten Gehäusedeckel macht auf mich einen sehr gepflegten Eindruck. Bei dieser Pentax handelt es sich um eine kleine Spiegelreflex, die zwischen den Jahren 1976 und 1979 gebaut wurde und seinerzeit wohl eine kleine Sensation darstellte.

Pentax wagte mit der Pentax ME als weltweit kompakteste Spiegelreflexkamera für 24x36mm Film einen recht mutigen Schritt in Richtung Automatisierung. Die Pentax ME besaß nämlich mit der Zeitautomatik nur einen einzigen Belichtungsmodus. Der Fotograf setzte lediglich die Blende, die Kamera wählte die Verschlusszeit.

Eine +/- 2 EV Belichtungskorrektur (EV = Exposure Values / Lichtwert) war das einzige Mittel, mit denen der Fotograf die Belichtung beeinflussen konnte. Das eigentlich spannende an dieser alten Kamera, die jetzt hier auf meinem Schreibtisch steht, ist allerdings ein Film, der sich noch im Gehäuseinnere verbarg.

Pentax ME-3Dieser Film, ein Kodak retina 100, muss schon einige Jahre in dieser Kamera gelegen haben. Zumindest kann ich mich heute nicht mehr sicher daran erinnern, meinen alten Freund Hugo jemals fotografieren gesehen zu haben. Der Film war in der Kamera bereits komplett zurückgespult so dass ich davon ausgehe, das mit etwas Glück, eventuell noch einige Bilder auf ihm erhalten sein könnten.

Nach Rücksprache mit Martin Becker habe ich mich nun dazu entschlossen, den Film in ein Labor zu geben, um ihm seine Geheimnisse zu entlocken. Ob auf dem Film allerdings wirklich noch brauchbares Bildmaterial erhalten ist, ist fraglich, aber ein Versuch ist es mir auf alle Fälle wert.

Neben der Kamera war in dem Karton noch ein wirklich klobiger Aufsteckblitz mit einigen leider ausgelaufenen Batterien. Nach dem Säubern des Blitzes von den Überresten der gammeligen Energiespender funktioniert der Blitz aber nun auch wieder einwandfrei. Weiterhin war noch ein 80-200mm Wechselobjektiv der Firma Makinon in einem Objektivköcher aus Leder in der Schachtel. Alles in allem freue ich mich wirklich sehr über diese Erinnerungsstücke.

Kodak retina 100Was ich heute noch mit einer alten Kamera aus den 70er Jahren anstellen kann, werde ich die nächsten Tage einmal mit ein paar Schwarz/Weißfilmen testen. Den Spaß lasse ich mir absolut nicht entgehen. Was den alten Kodakfilm angeht, so halte ich euch auf dem laufenden und meine analogen Schwarz/Weiß Experimente werde ich euch dann sicherlich auch präsentieren.

Ich hatte vor fast einem Jahr einmal darüber geschrieben, was das digitale Zeitalter mit unserer Vergangenheit so anstellt. Heute halte ich einen alten Film in der Hand und bin mir sicher, diese Erfahrung wird die Generation nach mir wohl kaum noch machen können. Eine Vergangenheit wird Vergangenheit bleiben, wenn Bilddaten nur noch auf alten staubigen Platten und Speichermedien aufbewahrt werden und nach Jahren im verborgenen keiner mehr weiß, welche Schätze dort im verborgen liegen könnten.

Visueller Gruß

Michi


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