Peer Steinbrück (iPhone)Huhu ihr alle,

da auch die letzte Woche bis auf eine Ausnahme fotografisch bei mir wieder nicht viel los war, erzähle ich euch heute mal etwas über einen privaten Termin vom Mittwoch Abend. Ich war bei dem Kanzlerkandidat, der sich für die SPD in diesem Jahr in den Ring zur Bundestagswahl geworfen hat; genau, ich war bei Herrn Steinbrück.

Also ok, ich war jetzt nicht privat bei Peer zu Hause, um dort bei einer Fassbrause oder einem anderes Kaltgetränk nett zu plaudern, aber ich war am Ort des Geschehens, rund um die neusten Schlagzeilen, die der arme Herr Kanzlerkandidat mal wieder ungewollt provoziert hat.

Mit einem Freund machte ich mich am Mittwoch Abend auf den Weg ins Tempodrom um der „Klartext-Veranstaltung“ von Peer Steinbrück (AmazonLink) beizuwohnen. Hatten wir noch in der S-Bahn mit erhöhten Sicherheitsmaßnahmen aufgrund der zu erwarteten Prominenz gerechnet (deshalb bin ich auch ohne Kamera aus dem Haus), rieben wir uns dann aber schon beim Einlass verwundert die Augen.

Niemand kontrollierte uns, keiner fragte, wer wir sind oder was wir bei dieser Veranstaltung zu suchen haben. Ungehindert konnten wir bis an den Stehtisch schlendern, an dem nur wenige Augenblicke später Herr Steinbrück auf alle Fragen aus dem Publikum rede und Antwort stehen würde.

Wir suchten uns Plätze in der zweiten  Reihe und beobachteten vor uns drei rüstige Rentner beim Verschieben der Platzkarten mit der Aufschrift „BKA“ Die armen Beamten musste daraufhin stehen. Für meinen Geschmack eine sicherheitstechnisch extrem leichtsinnige Veranstaltung.

Von Beginn der Unterhaltungsshow an warteten mein Freund René und ich auf das besonderes Highlight des Abends, den neusten Fettnapf, in den der gute Peer rein trampeln würde. Steinbrück antwortet aber fast zwei Stunden souverän, ruhig und mit enormer Selbstsicherheit auf alle Fragen, auch wenn diese noch so unsinnig oder bekloppt waren.

Ich muss schon sagen, Hut ab, Merkel würde eine solche Fragerunde nicht mal 15 Minuten durchhalten ohne ins Stocken zu geraten. Kurz vor Schluss des Abends kam dann die Frage nach dem getrennten Sportunterricht für Mädchen und Jungen.

Steinbrück antwortete (Zitat): „Was den geteilten Sportuntericht angeht, wenn die Schulen das einrichten können, dann sollen die das machen, ich würde da Rücksicht nehmen auf religiöse Überzeugungen, aber da denket vielleicht jeder anders. Wenn es geht würde, ich es machen.!“

Für mich klang diese Antwort nach einer reinen Meinungsäußerung, aber nicht nach einem konkreten Vorschlag, auch wenn Frau Merkel und andere das jetzt gerne so hinstellen möchten. Den Inhalt dieser Meinungsäußerung kann man ja gerne wie ich für recht „fragwürdig“ halten, aber Steinbrück ans Bein zu pinkeln scheint sich wahlkampftechnisch wohl besser zu machen.

Steinbrück selbst hat übrigens während der gesamten Veranstaltung kaum über andere Parteien oder Politiker vom Leder gezogen, was mich stark gewundert hat. Man kann ja zu Steinbrück stehen wie man will, Klartext reden kann er, auch wenn es nicht jedem passt was er sagt.

Steinbrück ist echt, Steinbrück steht zu dem was er sagt und sagt was er denkt. Steinbrück antwortet nach seiner Überzeugung, aber letztlich überzeugt hat er mich auch nicht. Ich glaube, wer Steinbrück und die SPD wählt, bekommt kein alternativlos sondern Klartext, aber ob ich diesen Peer nach dieser Veranstaltung wählen würde oder nicht, ist mir noch unklarer als vor diesem Abend beim „Klartext“ im Tempodrom.

Visueller Gruß

Michi

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