StilfragenGuten Tag Ihr Lieben,

die Frage nach der unverwechselbaren fotografischen Handschrift beschäftigt mich irgendwie schon recht lange. Bei Malern, also solche, die Leinwände mit Farbe bedecken und ihr Schaffen am Ende Kunst nennen, ist ab einem gewissen Punkt oftmals ein besonderer Stil in der Arbeit des einzelnen Künstlers zu erkennen. Irgendwann werden manche Betrachter des Bildes sagen können: „Das Bild wurde eindeutig von dem oder dem Künstler gemalt.“

In der Musik ist es ähnlich, auch hier ist es für manche Hörer eines Liedes möglich am Klang oder am Arrangement eines Liedes sagen zu können, von welchem Musiker ein Titel stammt. Bei Gebäuden kann zum Teil auf den Architekten zurückgeschlossen werden und bei Autos erkennt das geübte Auge die Marke allein an der Form des Kühlergrills.

Aber wie ist es bei Fotografen, also Menschen, die wie ich mit der Kamera losziehen und die Realität oder auch Kunstwelten mit einem technischen Apparat aufzeichnen? Wie schafft man es, ein Bild so zu gestalten, dass es am Ende möglich wird, anhand der fertigen Fotografie erkennen zu können, dass ein ganz bestimmter Fotograf hinter der Kamera gestanden hat.

Beim einem rohen und unbearbeiteten Bild kann man eventuell noch erraten mit welcher Kamera die Fotografie aufgenommen wurde, ob drinnen oder draussen fotografiert worden ist oder mit welchem Mittel der Fotograf das Motiv ausgeleuchtet hat, aber mehr?

Wie entwickelt man also einen eigenen und unverwechselbaren Stil, was macht ein Bild aufregend und beachtenswert? Wann ist oder kann Fotografie überhaupt Kunst sein genauso wie das Bild eines Malers? Wo fängt bei der Fotografie die Kunst an und wo bleibt ein Foto einfach nur ein Abbild des Gesehenen.

Ich frage hier ausdrücklich nach dem fertigen Bild und nicht nach einer gestellten Szenerie, denn dann kommt bei mir gleich wieder eine neue Frage auf und zwar ob dasselbige, also das „gestellte Geschehen“ dann nicht das eigentliche Kunstwerk ist. Aber ich schweife ab.

Wie schaffe ich es also, einen eigenen unverwechselbaren Stil zu generieren anhand dessen meine Bilder als meine Werke erkannt werden können?

Letztlich kommt meiner Meinung nach neben der Belichtung und der Schärfenpunkte nur noch der Schritt der Bildbearbeitung (AmazonLink) in Frage, das ausschlaggende Element für die Entwicklung eines besonderen bzw. eigenen Stils zu werden.

Farbgebung, Kontrast, Bildausschnitt und Vignettierung sind also meine vordergründigen Gestaltungsmöglichkeiten. Im Gegensatz zu anderen Fotografen habe ich meinen eigenen, ganz persönlichen und unverwechselbaren Stil zwar wohl noch immer nicht gefunden. Aber auch bei mir zieht sich ein roter Faden durch meine Arbeiten und dass ist mein Anspruch an die Qualität meiner Bilder.

Ich mache Bilder ungern nur des Bildes wegen, ich gebe kein Bild aus der Hand, dass ich nicht bearbeitet und dadurch so verbessert habe, dass ich als Fotograf mit dem Bild genauso zufrieden bin, wie der abgebildete Mensch. Ein Umstand der aus meiner Sicht in der Pressefotografie leider eher selten ist, da dieser Mehraufwand ja von niemanden bezahlt wird.

Und auch wenn ich meinen eigenen Qualitätsansprüchen in ein paar Fällen immer noch nicht gerecht werde, ich arbeite permanent daran, diese Fälle zu minimieren. Ich möchte an den Punkt kommen, an dem ich ausnahmslos auch noch nach langer Zeit sagen kann, dass es richtig war, die Bilder genau so zu gestalten, wie sie gestaltet wurden.

Meinen eigenen Stil habe ich dadurch bisher noch nicht gefunden aber ich glaube, das ich auf meinem jetzigem Weg irgendwann sicher auch noch meinen unverwechselbaren eigenen Stil finden werde.

Visueller Gruß

Michi

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