Knie

Hallo mal wieder,

ich habe den gedanklichen Rücksack-Packtest von letzter Woche, diese Woche noch ein mal in echt zelebriert. Ich wollte nun doch mal schauen, ob ich denn auch alles verstaut bekomme, in meinen alten Kata 3N1-20. Und, was soll ich euch sagen, mein alter Rucksack ist zu klein. Das dachte ich mir schon fast und so habe ich mich auf die Suche, nach einem neuen und größeren Exemplar begeben.

Ich bin ja mit meinem alten Rucksack mehr als zufrieden und so schaute ich direkt nach dem nächst grösseren Modell. Nach langem suchen in verschiedenen Läden hier in Berlin,
fand ich den Rucksack schließlich in einem Fotofachgeschäft. Ich wusste, dass der Rucksack im Netz für ca. 106,-€ zu haben ist. Mir ist klar, wenn ich in ein Geschäft gehe, dass ich dann nicht davon ausgehen kann, den Internet-Preis auch im Geschäft zu bezahlen. Einen Aufschlag finde ich auch vollkommen in Ordnung. Ich zahle gerne ein bisschen mehr im Laden, wenn ich dafür eine nette Beratung bekomme und der Service stimmt.

Der einzige Händler aber, den ich gefunden hatte, der diesen Rucksack auch anbot, verlangte für dieses feine Stück sagenhafte 179,95€. Ok, es ist ein Fachgeschäft für Fotografen, aber es ist kein winzig kleiner Laden. Dieses Fotofachgeschäft hängt einer weltweit operierenden Handelskette an. Für so ein Produkt einen Aufschlag von über 70,- €  zu bezahlen sah ich nicht ein, verließ den Laden und bemühte mal wieder Amazon.

Gefunden habe ich meinen Kata 3N1 30 Kamerarucksack dann sogar in einer Spezial Edition, zu einem noch günstigerem Preis als den regulären, so dass ich am Ende nochmals fast 20,-€ sparen konnte. Nun steht der Rucksack für 89,97 € neben meinem Schreibtisch und wartet auf seinen ersten Einsatz. Der Rucksack hat genau die Richtige Größe und alle Vorzüge des alten, nur einen riesigen Fehler hat er; ein Mensch, der mir das gefüllte Teil hinterher schleppt, wird nicht mitgeliefert…. Sauerei :)

Die Planung für die Fotoreportage läuft übrigens immer noch auf vollen Touren und ich merke immer mehr, dass ich wohl diesmal nicht um ein Stativ herum kommen werde. Stative hasse ich wie die Pest, sie sind sperrig, schwer und irgendwie immer im Weg; nie da, wenn man sie braucht und immer dabei, wenn es am Ende doch nicht nötig war. Stative sind für mich grundsätzlich mal doof, nur bei dem was ich in Planung habe leider „alternativlos“ (dieses blöde Wort aus dem Wortschatz der „Schwachsinnigen“, wollte ich immer schon mal schreiben…)

Nun durchforste ich Foto-Foren, Testergebnisse und die Produktseiten der Hersteller im Internet und weiß nicht, welches ich nehmen soll. Leicht, sehr leicht soll es sein und stabil, soviel ist sicher! Aber diese Kombination zu einem Preis zu finden, der nicht weh tut, ist echt schwierig. Für einen Tipp von euch wäre ich wirklich dankbar. Sobald ich schlauer bin, lasse ich es euch wissen.

Nun noch ein kleines Knie-Update! Seit ein paar Tagen habe ich beide Krücken in der Ecke stehen. Ich laufe also wieder auf zwei Beinen und dass ohne Hilfe. Leider klingt das besser als es ist, da meine Laufgeschwindigkeit mir furchtbar langsam erscheint. Das ehemals kaputte Knie zittert mit jedem Schritt. Mir fehlt im dazugehörigen Oberschenkel einfach noch die Kraft. Nebenbei quietscht auch noch meine Kniescheibe gar fürchterlich:) Ich glaube aber, dass es von Tag zu Tag etwas besser wird.

Visueller Gruß
Michi

Hallo Ihr Lieben,

der hochherbstliche Sommer; nun, ich bin ja nicht wirklich böse darum, dass es schon seit Tagen regnet. Auch, dass der Sommer dieses Jahr nicht so der Hit ist, lässt mich verhältnismäßig kalt. Sicher, das ist nicht nur purer Egoismus, sondern auch gehässig und meine Nicht-Anteilnahme am sommerlichen Wetterdesaster nur der Tatsache geschuldet, dass ich seit fast 10 Wochen ein Mobilitätsproblem habe.

Seit zwei Wochen lerne ich zwar schon wieder ohne Krücken laufen, aber damit komme ich leider nicht so schnell voran, wie ich es gerne hätte. In der erste Woche sah die Art meiner Fortbewegung an einer Krücke noch so aus, als sei ich ein einbeiniger Pirat aus Peter Pan. Jetzt, in der zweiten Woche meiner wiedererlangten Zweibeinigkeit, geht es aber schon bedeutend besser.

Am Freitag war ich noch einmal in der Charité zur letzten klinischen Kontrolle meins Knies. Der Arzt, der mich an meinem Geburtstag operierte, meinte mein Knie wäre wieder super verheilt und ich in ein paar Wochen wieder voll einsatzfähig. Ich müsste halt viel laufen üben und weiterhin regelmäßig zur Physiotherapie gehen. Das lässt mich freudig in die nahe Zukunft schauen, in der ich ja auch noch was Spannendes in Planung habe. Deshalb werde ich trainieren was das Zeug hält. Ich muss jetzt fit werden!

Ich hatte ja vor drei Wochen schon davon berichtet, dass ich eine grössere Fotoreportage in Vorbereitung habe und euch mit auf eine Reise nehmen möchte. Die Planungen hierzu nehmen langsam aber sicher konkrete Formen an. Das Ziel steht fest, die Flüge sind gebucht und auch das ein oder andere Hotelzimmer ist reserviert. Nein, ich verrate euch immer noch nicht, wohin es geht, es soll ja spannend bleiben. Ich möchte euch aber ab und an ein wenig an den Vorbereitungen teilhaben lassen und auch ein Update über den stand Planung geben.

Gedanklich packte ich letzte Woche mal meinen Fotorucksack. Dabei bemerkte ich, dass ich ganz schön was zu schleppen haben werde, wenn all das, was ich für die Reise zum Fotografieren brauche, auch im Rucksack landet. Ich muss mich also entweder einschränken, in dem was ich mitnehmen will oder in den sauren Apfel beißen und schleppen. Die Dinge, die ich unbedingt mitnehmen muss, sind natürlich die Kamera und mindestens drei meiner Objektive. Die Objektive sind das 14-24mm Weitwinkelzoom, das 24-70mm Standardzoom und mein altes 70-300mm Telezoom. Dazu kommt eventuell noch das kleine 50mm, da bin ich mir aber noch nicht wirklich sicher.

Dazu dann noch Blitz, Stativ, Ladegeräte, Filter und der ganze Kleinkram, den man so braucht, plus der Rucksack, der ja auch noch mal etwas wiegt. Alles in allem bin ich bisher und dass nur für die Fotoausrüstung schon bei ca. 7 kg. Das ist schon ganz schön Gewicht auf dem Rücken für die Dinge, die ich auf der Reise so vor habe. Bis es aber soweit ist, habe ich noch genug Zeit zum Überlegen. Ich halte euch auf dem Laufenden…

Visueller Gruß

Michi

Hallo mal wieder!

Jetzt, da ich nun schon die dritte Woche nach OP auf Krücken hinter mir habe, ist es Zeit fürs Bergfest. Nochmals drei Wochen und ich kann damit anfangen, mir das auf Krücken laufen wieder abzugewöhnen. Zur Feier des Tages habe ich mir dann ein neues Objektiv gegönnt. Nächste Woche werde ich einen Portrait-Workshop besuchen, den ich schon vor meinem sensationellen Knie-kaputt-Tag gebucht hatte.

Eigentlich wollte ich keine Riesenauswahl an Objektiven mit auf den Workshop nehmen. Mein Nikon 24 – 70mm 2.8 sollte den ganzen Workshop über an der Kamera bleiben. Aber mit meinem vorübergehenden Handicap ist mir, rein schon vom Gewicht her, eine kleine Festbrennweite lieber als das schwere Nikon Zoom Objektiv. Deshalb habe ich mir jetzt meine erste Festbrennweite geleistet. Es ist die Standardlinse, die angeblich in jede Fototasche gehört, das Nikon 50mm 1:1.4G. Ich bin gespannt, zu was die kleine Scherbe in der Lage ist und freue mich auf die ersten Tests dieses Wochenende. Eigentlich hätte ich mir lieber ein 85mm Objektiv geholt aber das sprengt mein Budget zur Zeit doch erheblich. Das 50mm ist auf jeden fall günstig zu bekommen, es ist leicht und lichtstark. Ich bin gespannt und werde bei Gelegenheit darüber berichten.

Nikon 50mm 1:1.4G

Der Portrait-Workshop, der nächste Woche von Montag bis Freitag an der Lette Akademie läuft, wird von Martin Becker abgehalten. Nach dem ersten E-Mail tauschen mit ihm, glaube ich, dass es eine sehr schöne und lehrreiche Woche wird. Ich hoffe nur, dass ich das mit den Krücken und dem noch immer in Heilung befindlichen Knie schaffe. Der Martin schrieb mir in seiner letzten Mail – dass „wir“ das mit dem Knie schon hin bekommen würden! Hmm nun ja: „Well, I‘ll do my very best“! Würde James sagen. Nächste Woche schreibe ich was daraus geworden ist und wie der Workshop an der Lette Akademie war. Ich verspreche mir zumindest eine Menge von diesem Workshop. Wenn es klappt, gibt es auch mal wieder ein paar neue Bilder zu sehen.

Was den Umbau und die Metamorphose von PlaneXi.de angeht, ich arbeite dran. Aber wie schon in einem meiner ersten Blog-Einträge beschrieben, ist Webdesign nun wirklich nicht meine Stärke. Es macht mir einfach keinen Spass mich mit solchen Dingen zu beschäftigen. Hätte ich zur Zeit nicht das Problem mit dem Laufen, würde ich mich auch sicher nicht an diese furchtbare Arbeit machen. Die letzten Tage habe ich mich mit der Funktionsweise von Artisteer beschäftigt. Da ich den PlaneXi-Blog in Zukunft mit WordPress realisieren möchte, bastel ich mit Artisteer die Oberfläche für den Webauftritt. Und wie es ausschaut, kann ich mit WordPress auch den Rest von PlaneXi.de umsetzen. Aber das alles dauert noch ein paar Tage bis Wochen. Sobald es hier etwas Neues gibt, werdet Ihr es als erstes erfahren.

So, jetzt werde ich mich mal mit der neuen Linse beschäftigen und unseren „Balkon-Jungel“ unter die Lupe nehmen. Mal schauen was die Hummeln bei Regen machen.

Visuelle Grüße

Michi

Hallo Ihrs,

die gute Nachricht zuerst, ich lebe noch. Wurde an meinem Geburtstag wie gewünscht, perfekt anästhetisch bewusstseinsverändert, operativ versorgt, vernäht und nach zweitägiger Rekonvaleszenz am Freitag wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Wunderbar, jetzt nur noch schnell das Knie heilen lassen und ich bin wahrscheinlich in 10 Wochen wieder fit. Das ist, wenn auch nervig, irgendwie absehbar. Doof nur, dass ich mit dem rechten Bein für 6 Wochen weder auftreten noch in die Hocke gehen darf. Frei fotografieren ist so also nur bedingt möglich. Wieso ich diesen Eintrag mit „Leben unter toten Menschen“ überschrieben habe, liegt an den Dingen die ich am Wochenende vor der OP erlebt habe und die ich hier doch mal ausführen möchte.

An diesem besagtem Wochenende vor meiner OP hatten das Huhn und ich Besuch von alten Freunden aus Fulda. Ursprünglich, also noch vor meinem Knie-Ding, war dieses Wochenende als Zeitreise angelegt. Wir wollten mal wieder raven wie in den frühen 90-zigern. Geplant war hierfür am Samstag auf den Berlin Summer Rave zu gehen und am Sonntag noch das Paule Kalkbrenner Konzert in der Wuhlheide zu besuchen. Sicher, beides ist nicht wirklich mit dem zu vergleichen, was wir früher so anstellten, wenn es ums Feiern ging, aber das war erstmal nicht wichtig.

Den Berlin Summer Rave mit Krücken besuchen zu müssen war nicht wirklich lustig. Eher anstrengend und dadurch, dass ich nicht mal tanzen konnte auch langweilig. Die super organisierte Party fand in drei Hallen und einem riesigen Aussenbereich des alten Flughafen Tempelhofs statt und es war für jeden etwas dabei, der auf elektronische Musik steht.

Für 23.00 Uhr war der erste Top Act angekündigt – Marusha. In der Halle, in der sie auflegen sollte, waren schon ca. 1500 Menschen versammelt, als die Show begann. Marusha konnte technisch gesehen auch früher schon nicht wirklich gut auflegen. Gelungene Übergänge sind die Ausnahme und die Musikauswahl, nun ja, dass ist Geschmacksache. Aber, und das ist Marushas wirkliche Passion, sie machte immer ne geile Show, was das Feiervolk mit wildem Tanz und ausgelassener Stimmung honorierte. Marusha habe ich immer als Gesamtkunstwerk betrachtet, bei dem es nicht um die technische Raffinesse Ihres Sets ging. Früher war Party wenn Marusha am Plattenteller stand. Und heute?

Ja heute ist alles anders. Ich war schon mehr als verwundert über dass was ich hier beobachten musste. Eingekeilt von unzähligen Pressefotografen betritt ein Urgestein der Techno und Rave Bewegung, die Grande Dame der Plattenteller, diese riesige Bühne des Flugzeughangars. Marusha ertrinkt förmlich im Blitzlicht-Gewitter als sie mit der Show beginnt.  Die interessierten Besucher der Veranstaltung konnten die Künstlerin zu dieser Zeit hinter der Wand aus Fotografen solange nur erahnen, bis die Security nach ca. 10 Minuten den fotografierenden Mob von der Bühne geschoben bekam. Marusha versuchte nun die vor der Bühne versammelte Masse zum feiern zu bewegen. Wirklich bemüht feuerte Marusha die gaffenden Menschen an und tanzte zur Musik hinter ihren Plattentellern. Und was machten die zum Feiern gekommenen Besucher daraufhin?

Gefühlt jeder zweite hob sein Handy in die Luft, filmte, fotografierte oder schnitt die Musik als Mp3 mit. In den folgenden 30 Minuten wartete ich nun darauf, dass die Menschen vor der Bühne das machen, was man gemeinhin bei einer Party so macht, eben: Feiern, Tanzen, Toben und Spass haben. Aber nichts passierte, die Menschen standen, glotzten und machten Dinge mit Ihren Handys. Mir reichte es mit dem traurigen Anblick dessen was sich früher mal ein Rave nannte genauso, wie mit dem Rumhumpeln auf meinen Krücken. Ich machte mich mit meinem Huhn durch die Hallen auf die beschwerliche Heimreise. Unsere Besucher Sven und  Steffen blieben noch ein paar Stunden auf dem Rave, den ich ohne Krücken eventuell auch nicht so früh verlassen hätte.

Den Sonntag mit dem Paule Kalkbrenner habe ich für mich dann aber ausfallen lassen, weil ich eine weitere Großveranstaltung auf Krücken nun wirklich nicht ertragen wollte.

So das soll es erstmal gewesen sein für heute, ick meld mir wieder ….

mit visuellem Gruß

Michi