Orthopäden

Hallo Ihr Zweibeiner,

ich als temporärer Vierbeiner habe meinen Geburtstag ja schon so einige Male nicht gefeiert. Ein Grund hierfür war, dass ich eben keinen wirklichen Grund finde, eben gerade meinen Geburtstag zu feiern. Dieses Jahr aber lasse ich es mal so richtig krachen. Ich werde mich unter ärztlicher Aufsicht mal ordentlich mit Drogen vollpumpen lassen, um danach genüsslich meinen Rausch ausschlafen zu können. Dass ich mir nebenbei den inneren Meniskus des rechten Knies wieder richten lassen kann, finde ich eine wirklich prima Sache. Natürlich war das alles genau so geplant, Geburtstage muss man ja auch planen, zumindest hört man dass immer. Ich freue mich wahnsinnig auf die nächsten Tage. Es gibt einfach nichts besseres als im Sommer in ein Krankenhaus zu gehen.

Nun aber mal Spaß beiseite, ich bin schon heftig genervt wegen meines Knieschadens. Die Diagnose Innenmeniskus Korbhenkel Riss und die Aussicht auf eine Knie OP hatten mich schon letzte Woche nicht grade zu Luftsprünge animiert, abgesehen davon, das dass mit dem springen zur Zeit sowieso nicht möglich ist. Da mache ich einmal ein bisschen Sport und bekomme direkt die Quittung dafür. Ein Bonus in Form eines gestählten Körpers wäre mir lieber gewesen. Ok, Verletzungen können passieren aber wieso muss das, was passieren kann, dann immer auch gleich mir passieren? Nun gut, ich werde es wohl überleben, ist schließlich eine Routine-Operation, aber lustig find ich es trotz dessen nicht.

Dass ich genau dann an meinem Geburtstag unters Messer komme, hätte ich jetzt nun wirklich auch  nicht erwartet. Andererseits hätte ich genauso wenig Lust darauf, dass an einem anderen Tag machen zu lassen.

Bei meinem ersten Telefonat mit der Charité sagte man mir, dass ich so in etwa zwei Wochen einen Termin für die Sprechstunde bekommen könnte und dann in weiteren 6 Wochen mit der OP dran kommen könnte. Acht Wochen, HALLO, wo leben wir denn überhaupt? Ich kann doch nicht 8 Wochen lang hier rumliegen, um dann dabei nichts machen zu können, ausser auf Krücken rumzuhampeln. Gut, ich konnte mich da durchsetzen, weil ich die richtigen Fragen gestellt und mich nicht hab abwimmeln lassen. Aber wer macht bzw. kann das schon?

Wenn ich mich hätte abwimmeln lassen wäre der Schaden im Knie wohl nicht mehr reparabel gewesen! Ich hoffe, dass andere Patienten sich genauso zur Wehr setzen können wie ich, aber ich denke eher, dass da schon so eine ganze Menge Menschen an der Termindurchsetzung scheitern. Ein wenig erschrocken über das Telefonat bin ich am Montag, den 06.06. um 9.15 Uhr in die Charité gehoppelt und hab mich dort auf eine sehr lange Wartezeit eingerichtet, weil man mich dazwischen schieben wollte.

Überraschend unerwarteter Weise lief dort dann alles sehr schnell und sauber organisiert ab. Die Ärzte waren sehr freundlich und haben bereitwillig Auskunft gegeben. Das Pflegepersonal war vorbildlich und ich um ca. 15 Uhr mit einem OP Termin für Mittwoch wieder zuhause.

Heute komm ich also unter das Messer. Ich hoffe, dass alles glatt geht und ich am Freitag wieder zu Hause bin. Schließlich will ich nächste Woche Mittwoch auf das Roger Waters Konzert, The Wall von Pink Floyd. Selbst wenn ich da mit dem Rollstuhl hin muss, ich freu mich schon über ein Jahr auf dieses Event und das lass ich mir nicht durch ein Knie versauen!

Danach werde ich wohl noch die ein oder andere Woche an der Rehabilitation zu knabbern haben aber da geht es ja dann wieder bergauf. Dann komme ich auch endlich wieder dazu, fotografierend auf die Pirsch zu gehen.

Ein visuell mit Krücken gewinkter Gruß

Michi

PS: Eventuell feiere ich nächstes Jahr mal meinen Geburtstag, ein Grund bestände dann eventuell darin, dass ich eben nicht auf dem OP-Tisch gelandet bin, mal schauen!

Eins neu und eins kaputt…!

Hallo geneigter Rezipient,

am Montag Abend wollte ich euch, einen vor Freude Funken sprühenden Bericht in meinen Blog tippen. Ich habe mich, nach wirklich reiflicher Überlegung, für eine neue Kamera entschieden. Ich hab sie gesucht, gefunden und gekauft! Mit einem neuen Objektiv und vor allem einem super Gefühl in der Magengegend. Wenn ich diesen Schatz jetzt in die Hand nehme und nur einfach die Welt durch den Sucher betrachte muss ich unwillkürlich Grinsen. Dass macht verdammt noch mal echt viel Spass.

Leider, und dass trübt die Freude an meinem neuen Schatz, habe ich am Montag nicht nur eine neue Kamera gekauft, sondern musste mich des Abends auch noch auf dem Rollfeld Tempelhof rumtreiben. Das Huhn und ich hatten einen Einweisungskurs im Kiten. Das Wetter war perfekt, der Wind war ideal und unser Kite-Trainer, der Jörg aus dem Coronation Kite Shops Berlin ein klasse Lehrer. Wir wechselten uns beim Drachenfliegen ab und hatten eine mords Gaudi. Alles funktionierte auf Anhieb und kurz vor Ende dieses wirklich genialen Tages wurde ich durch einen fiesen, stechenden Schmerz im rechten Knie aus dem siebten Himmel gerissen.

Was war geschehen? Nun, ich habe den Drachen in der Luft gehabt und setzte mich damit vorsichtig erst auf den Acker um mich dann richtig auf den Rücken zu legen. Der Drache schwebte in dieser Zeit ruhig über mir und ich lag auf der Grünfläche zwischen den Landebahnen. Anschließend wollte ich wieder aufstehen um den Drachen zu landen. Ich winkelte meine Beine an um halt zu finden und ließ mich vom Drachen nach oben Ziehen. Als ich halb aufgestanden war knirschte es grässlich in meinem Knie und von Sekunde an konnte ich mit dem rechten Bein nicht mehr Auftreten.

Nachdem der Drachen gelandet war, durfte ich dabei zusehen, wie Jörg und das Huhn den Drachen einpackten. Ich dachte mir, gut du hast dir ein bisschen  was verzerrt oder so. Wir schwangen uns auf die Fahrräder und radelten nach Hause. Radfahren ging wirklich super nur laufen konnte ich nicht. Das Strecken meines rechten Beins war irgendwie nicht möglich.

Am Dienstag besuchte ich meinen Orthopäden, der mich sofort ins MRT geschickt hat mit dem Verdacht auf Innenmeniskus-Riss. Glücklicherweise habe ich direkt am gleichen Abend noch einen Termin für die MRT bekommen, so dass ich am Mittwoch meine Diagnose bei meinem Arzt abholen konnte.

Mein Orthopäde, PD. Dr. med. Miltner, war zum einen überrascht, dass ich schon am nächsten Tag wieder bei Ihm war, zum anderen aber auch ein recht redefaules Individuum. Bis auf die Diagnose, die ich zuvor schon auf dem Brief des MRT-Arztes gelesen hatte, brachte er kaum ein Wort raus. Er war mehr damit beschäftigt, die Diagnose vom Brief in seinen Rechner abzutippen, was ihm aber sichtlich schwer fiel. Auf Fragen von mir ging er überhaupt nicht ein und schickte mich lediglich mit einer Überweisung in die Charité. Bei so einen Menschen bekomme ich wirklich einen Spuckreiz, dass es mir schwer fällt diesen zu unterdrücken.

Am morgigen Freitag werde ich dann wohl in die Charité Berlin gehen um mir mein weiteres Schicksal vorhersagen zu lassen.

Für alle, die es sich noch nicht gedacht haben, schreibe ich es hier noch mal aus! I‘m pissed!!!

Visuellen Gruß

Michi