Wulf

Na ihr Winterschläfer,

in drei Tagen liegt der Februar des Jahres 2012 nun auch schon wieder hinter uns. Die Menschen verstauen langsam ihre Wintermäntel im Schrank, auf den Berliner Gehwegen ist die Hundescheisse nach mehrmaligem einfrieren jetzt wohl hoffentlich endgültig aufgetaut, denn jeder Sonnenstrahl, der den Asphalt berührt, wird freudig mit Gestank begrüßt.

Letzte Woche konnte ich sogar schon einmal ohne zu frieren eine heisse Schokolade im Aussenbereich eines Kaffees trinken und dabei das geschäftige Treiben der Leute auf der Strasse beobachten. Ich freue mich auf den Frühling, auf warme Tage, Fototouren ohne Regen und vor allem darauf, dass die schönste Zeit des Jahres in Berlin zum Greifen nahe vor mir liegt.

Die Touristen in der Stadt werden schon wieder zahlreicher und während sich die Sightseeing-Busse durch die Strassen Berlins zwängen, macht sich unser Ex-Präsident in umgekehrter Richtung still und leise mit dem Kleinwagen auf in seine royale Klinkerhütte nach Hannover. Wie sagte da einst schon Jürgen Fliege: „Alles wird Gut“, auch wenn mir bei dem Gedanken an Ehrensold und geplantem Zapfenstreich, für dieses Desaster präsidialen Irrsinns der letzten Monate, die Galle hoch kommt.

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PlaneXi – Short Message Service,

Tagchen,

Was für ein Drama, die Tollitäten des Schlosses zu Bellevue haben abjedankt, un‘ es is noch nichtmals Aschermittwoch! Hoffen wir, dass der nächste Prinz es länger aushält. Dem armen, alten Schlossgemäuer würde nach all dem Schmutz der letzten Zeit ein bisschen mehr Glanz recht gut tun. Wie dem auch sei, nun ist wieder ein Zimmer frei und Mutti sucht schon fleißig einen Nachmieter.

Ob sie allerdings eine Anzeige auf Immoscout schaltet, konnte sie mir nicht sagen, denn als ich mit ihr telefonierte kämpfte sie gerade mit einem kleinen, gelben Zwergpinscher namens Philipp.

Bis Sonntag

euer Michi

 

Seid gegrüßt ihr Leut‘, ich erzähl euch heut‘

 

Die Mär vom bösen Wolf!

Es war einmal, im einstigen Land der Dichter und Denker, zu einer Zeit, in der mit eiskaltem Herz und harter Hand eine Patriarchin der Finanzen, die Eiskönigin, ihre Untertanen knechtete. Das Land litt unter der Last hoher Schulden, die ohne Unterlass größer wurden.

Dieser Schuldenberg wurde durch die Verschwendungssucht der Königin, des Hofstaates und der Parlamente, die mit der Organisation des Landes vertraut waren, von Tag zu Tag größer. Und während das Volk dieses Landes immer ärmer wurde und selbst bei Hungerlöhnen noch horrende Steuern auf ihr täglich‘ Brot zu entrichten hatten, lebten die Königin und ihr Hofstaat weiterhin in Saus und Braus.

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